Ursachen und Risikofaktoren

Ursachen

Trotz einiger Hypothesen sind die Ursachen von Endometriose bis heute noch nicht geklärt. Neueren Theorien zufolge ist Endometriose sehr wahrscheinlich eine primäre Erkrankung der Gebärmutter. In der Gebärmutter finden (wie in jedem anderen glattmuskulärem Organ) autonome (selbstständige) Muskelbewegungen statt. Dies ist für die Funktion der Gebärmutter wichtig. Bei Frauen mit Endometriose scheinen diese Bewegungsabläufe sehr verstärkt und unkoordiniert zu sein. Infolgedessen entstehen kleinste Verletzungen (Mikrotraumen) in den tiefen Schichten der Gebärmutterschleimhaut, wodurch Zellen herausgelöst werden können, die über die Eileiter in den Bauchraum gelangen oder in die Muskelschicht der Gebärmutter einwachsen. Diese Zellen haben die Eigenschaft, sich an dem neuen Ort anzusiedeln und sich wieder zu Gebärmutterschleimhaut-ähnlichem Gewebe zu entwickeln.

Durch die Mikrotraumen in der Gebärmutter werden aber weiterhin Gewebe-Reparationsmechanismen in Gang gesetzt, die wiederum zu einer Verstärkung der Bewegungsabläufe führen. Es ist also so eine Art Teufelskreis, der ohne Behandlung zu einer immer stärkeren Schädigung der Gebärmutter führen kann. An den Stellen der Neuansiedlung von „verirrtem“ Gewebe kommt es zu einer entzündlichen Reaktion.

Da aber auch verschiedene Immunzellen bei Frauen mit Endometriose vorzufinden sind, wird auch diskutiert, ob immunologische Veränderungen zur Entstehung von Endometriose beitragen können. Zum heutigen Zeitpunkt ist diese Frage noch nicht geklärt. Nicht zuletzt werden auch genetische Ursachen von Endometriose diskutiert, denn die Erkrankung tritt in einigen Familien stark gehäuft auf.

Risikofaktoren

Die absolute Zahl an Menstruationstagen konnte als Risikofaktor für Endometriose identifiziert werden. Das heißt: je mehr Menstruationstage eine Frau im Laufe ihres Lebens hat, desto höher ist das Erkrankungsrisiko. Eine Reihe von Faktoren beeinflusst wiederum diese Zahl: Beispielsweise erhöht ein langer Zyklus die Zahl der Menstruationstage gegenüber einem kürzeren Zyklus. Auch eine frühe erste Regelblutung (Menarche) trägt dazu bei - diese ist wiederum Folge von zivilisatorischen Einflüssen. Weniger Kinder und kürzere (oder keine) Stillzeiten erhöhen die Zahl von Menstruationstagen ebenfalls.

Genau weil die durchschnittliche Zahl an absoluten Menstruationstagen über die vergangenen Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte gestiegen ist, kommt Endometriose heute häufiger vor als früher.

Foto: © marilega - Fotolia.com

Kontakt

Endometriosezentrum Charité – Universitätsmedizin Berlin

Leitung Prof. Dr. Sylvia Mechsner

CBF: Campus Benjamin Franklin

CharitéCentrum Frauen-, Kinder- & Jugendmedizin mit Perinatalzentrum & Humangenetik CC 17

Klinik für Gynäkologie

Postadresse:

Hindenburgdamm 30

12200 Berlin

t: +49 30 8445 2554

f: +49 30 8445 4477

Lageplan

Sonstiges:

Terminvergabe:
Frau Larson
Frau Kahl
t: +49 30 8445 2456