18.11.2012 - Aktuelles aus den Centren

Was hält uns kontinent und welche Mechanismen versagen bei Inkontinenz?

Wassertropfen

In einer DFG- geförderten Studie untersuchen Bärbel Junginger (wissenschaftliche Mitarbeiterin und Physiotherapeutin) und PD Dr. Kaven Baessler (zertifizierte Urogynäkologin das australischen Colleges für Gynäkologen) welche Mechanismen dafür sorgen, dass wir "dicht" bleiben und welche Mechanismen versagen, wenn wir unwillkürlich Urin verlieren.

Dazu wird eine erweiterte Blasen- Funktionsmessung (Urodynamik) durchgeführt: Neben dem üblichen Blasen- und Urethradruckkatheter und der Blasenfüllung mit warmen Wasser wird ein Beckenboden- EMG (Messung der Muskelströme über Oberflächenelektroden wie beim EKG) sowie ein EMG der Bauchmuskulatur abgeleitet. Um die bindegewebige Aufhängung der Urethra zu beobachten, wird der perineale Ultraschall eingesetzt (s. Abb.). Im Stehen werden die Dynamik des Bindegewebes, der Muskulatur und des Bauchinnendruckes bei funktionellen Aufgaben wie z.B. Husten, Nase-Schnäuzen und Heben geprüft.

Blasenhalsposition in Ruhe 300

Erste Ergebnisse bei gesunden Frauen zeigen, dass die Kontinenz durch eine Beckenboden- Kontraktion gesichert wird, die ca. 60 ms vor dem Druckanstieg beim Husten z.B. stattfindet. Diese Beckenboden- Kontraktion dient als Widerlager für die Harnröhre, die dann durch den folgenden Druckaufbau im Bauchraum gegen die Muskulatur gepresst wird. Diese sogenannte Prä- Kontraktion führt nicht zu einer Erhöhung des Harnröhren- Verschlussdruckes und eleviert auch nicht den Blasenhals.
Bei Frauen mit Belastungsinkontinenz (unwillkürlicher Harnverlust beim Husten z.B.) scheint häufig eine nicht adäquate Bindegewebsaufhängung oder nicht ausreichende Blasenhals- Anhebung durch die Beckenboden- Kontraktion vorzuliegen. Die bisher erhobenen Daten müssen noch genau evaluiert werden.
Was tun bei Inkontinenz? Auch im Rahmen der DFG- Studie führen wir eine randomisierte Studie durch, wobei zwei Arten von Beckenboden- Physiotherapie verglichen werden (gezielte Ultraschall- gestützte Rehabilitation oder Biofeedback- Therapie).

Gesunde oder auch inkontinente Frauen sind eingeladen, an der Studie teilzunehmen. Die Kontaktaufnahme kann per E-Mail (baerbel. junginger@charite.de) oder per Telefon 030 8445 2996 erfolgen.


Kontakt:

Klinik für Gynäkologie der Charité



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