18.11.2012 - Aktuelles aus den Centren

Myom- Sprechstunde

Stethoskop/Tastatur

Seit 2012 bieten wir eine spezialisierte Myomsprechstunde an.

Hier werden Patientinnen umfassend untersucht,
beraten und mögliche konservative Therapieverfahren
wie Embolisation und medikamentöse Behandlungen
sowie die unterschiedlichen operativen Möglichkeiten
im Detail besprochen.






Unser Bestreben ist es dabei, ein individuelles Therapiekonzept zu erstellen, das insbesondere den Bedürfnissen der Patientin entgegenkommt. Mit Hilfe der Office- Hysteroskopie kann bereits ambulant geklärt werden, ob eine operative Hysteroskopie angewendet werden kann (s. Abb.). 

Office- Hysteroskopie Abb.1

Erste Erfahrungen mit dem seit März zugelassenen selektiven Progesteron Rezeptor Modulator Ulipristalacetat bestätigen, dass es sich bei diesem Medikament um eine viel versprechende medikamentöse Therapieoption handelt. Wir konnten eine Myomreduktion um bis zu 50 % beobachten bei meist guter Verträglichkeit. Lediglich in einem Fall musste das Medikament aufgrund von starken Nebenwirkungen wie Schwindel und Unwohlsein abgesetzt werden. Aufgrund der deutlichen Verbesserung der klinischen Symptomatik (Therapie der Blutungsstörung, Rückgang der Beschwerden aufgrund der Größenreduktion) konnten in allen Fällen weiterführende operative Therapien zunächst vermieden werden.

Office- Hysteroskopie Abb.2

 

Ein interessanter Fall: Bei einer 43-jährigen Patientin mit unerfülltem Kinderwunsch wurde vor 5 Jahren ein ausgeprägter symptomatischer Uterus Myomatosus mit Adenomyosis uteri als Begleitkomponente gesichert. Eine laparoskopische Myomenukleation war nicht ziel-führend aufgrund der diffusen Adenomyose und der multiplen Myome. Der Patientin wurde zu einer Hysterektomie geraten, die die Patientin bei dringendem Kinderwunsch ablehnte. Wir leiteten eine Gestagenmonotherapie ein, um die Adenomyose und die Blutungsstörungen zu behandeln, darunter war die Patientin mehrere Jahre beschwerdefrei, der Uterus in seiner Größe stabil. Die Patientin stellte sich dann nach einer zwei-jährigen Pause im Februar diesen Jahres erneut in unserer Hochschulambulanz vor. Der Uterus war extrem gewachsen, reichte nunmehr bis zum Nabel und die Patientin war zunehmend im Sitzen luftnötig und deutlich in ihrer körperlichen Belastbarkeit eingeschränkt. Erneut wurde der dringende Rat zur Hysterektomie ausgesprochen, erneut lehnte die Patientin dies für sich ab. Es wurde eine Therapie mit Ulipristalacetat eingeleitet, nach 3 Monaten ist die Portio Fundus-Länge von 18 cm auf 11 cm zurückgegangen, der Patientin geht es klinisch wieder sehr gut – sie ist sehr zufrieden mit dieser (möglicherweise nur vorübergehenden) Lösung. Hier wäre prospektiv sicher eine intermittierende Ulipristalacetatherapie sinnvoll. Da entsprechende Studien bereits in der Planung sind, kann die Patientin möglicherweise noch länger konservativ geführt werden.

Kontakt:

Klinik für Gynäkologie der Charité



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