18.11.2012 - Aktuelles aus den Centren

Hysteroskopie

Hysteroskopie OP

Seit Anfang 2000 hat sich die Hysteroskopie technologisch deutlich verbessert. Von einer Situation, wo Gebärmutterspiegelungen nur unter Narkose möglich waren, hat sich langsam ein Hysteroskopiesystem entwickelt mit feinen, starren oder flexiblen Hysteroskopen. Diese ermöglichen nun, hysteroskopische Untersuchungen unter ambulanten Bedingungen durchzuführen. Mit der Anwendung zusätzlicher Instrumente hat sich vor kurzem das Konzept der „Office Hysteroskopie“ etabliert. Die ambulante Hysteroskopie ist nicht mehr nur ein diagnostisches Prozedere, sondern ein großer Teil der intrauterinen Pathologie kann gleichzeitig behandelt werden („See & Treat“).

Um die vielseitigen Aspekte der Hysteroskopie zu zeigen, stellen wir Ihnen diesen interessanten Fall vor: Bei einer 33-jährigen Patientin bestand ein Zustand nach Abruptio (in der 18. SSW wegen Anhydramnion und retrochorialen Hämatom) und bis 3 Monate postoperativ persistierenden Blutungsstörungen. Die Patientin wurde in unsere ambulante hysteroskopische Sprechstunde überwiesen. Die diagnostische Hysteroskopie ergab eine polypöse Veränderung im Bereich der linken Seitenwand (s. Abb.), vereinbar mit Plazentaresten. Es erfolgten Biopsien. Dabei kam es zu einer starken Blutung und die Patientin wurde zur operativen Hysteroskopie stationär aufgenommen. Die Plazentareste konnten komplett entfernt werden. Es zeigte sich außerdem unter hysteroskopischer Sicht, dass im Bereich der Plazentareste tief im Myometrium ausgeprägte dilatierte Gefäße einmündeten. Diese Gefäße wurden mittels einer bipolaren Loop koaguliert. Bei Verdacht auf atero-venöse Anomalie wurde eine uterine Dopplersonographie indiziert, die die Diagnose bestätigte. Bei Persistenz einer leichten Blutung wurde der Patientin die Embolisation der Arteria uterina empfohlen. Diese erfolgte komplikationslos und die Patientin konnte blutungsfrei entlassen werden.

Hysteroskopie reziduaplacenta 300

Bei diesem Fall hat sicher die Hysteroskopie geholfen, eine richtige Diagnose zu stellen und die weitere Therapie bestimmt. Eine Kürettage hätte für diese Patientin katastrophale Konsequenzen gehabt.

Kontakt:

Klinik für Gynäkologie der Charité



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